Carl Haffners Liebe zum Unentschieden

Volk und Welt 1998, Roman

Carl Haffners Liebe zum Unentschieden. Roman von Thomas Glavinic.

Klappentext

Im Winter des Jahres 1910 steht die Schachwelt Kopf: Der in Wien ausgetragene Kampf um die Weltmeisterschaft nimmt in der fünften Partie eine unvorhergesehene Wendung. Der als unschlagbar geltende Titelverteidiger Emanuel Lasker, berühmt auch als Dichter und Philosoph, ist durch einen Fehler, den sonst nur Anfänger machen, in Rückstand geraten. Im Schlaglicht des Interesses steht nun plötzlich der Herausforderer Carl Haffner. Der bis dahin kaum bekannte Österreicher ist ein Defensivkünstler, ein Meister des Remis. Jetzt bietet sich ihm die Gelegenheit, Lasker die Krone zu entreißen – die zehnte und letzte Partie muss die Entscheidung bringen.

Erzählerisch wird diese Auseinandersetzung nicht auf den vierundsechzig Feldern des Schachbretts zelebriert, sondern, psychologisch glänzend gelöst, im Aufeinanderprallen der zwei so unterschiedlichen Charaktere. Dieser hoch gelobte Debüt-Roman von Thomas Glavinic ist ein kunstvolles, psychologisches, soziales und gesellschaftliches Gemälde aus dem Wien der k.u.k. Monarchie.

Carl Haffners Liebe zum Unentschieden

Fakten

10. Auflage: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2006

Einordnung

Das Debüt von Thomas Glavinic zeigt bereits die für ihn typische Verbindung aus psychologischer Tiefenschärfe und erzählerischer Eigenständigkeit. Vom Daily Telegraph wurde „Carl Haffner’s Love Of The Draw“ zum Buch des Jahres gewählt.

Rezeption

„Ein gelungenes und gut lesbares psychologisches Gedankenexperiment, das nicht nur für Schachspieler von Interesse sein dürfte.“ Marius Fränzel